Über die Imkerei

Die Idee

Die solidarische Imkerei soll ähnlich wie eine solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) funktionieren, schließlich ist eine Imkerei ja auch ein Landwirtschaftlicher Betrieb.

Hierbei steht nicht allein das Produkt Honig im Vordergrund, sondern auch das Wohl der Bienen, der Natur und der Gesellschaft. Außerdem soll hier eine Imkerei zum Mitmachen entstehen, die durch gemeinsame Events und die Mitbestimmung der Mitglieder getragen ist.

Produkte und Mitgliedschaft

Im ersten Jahr (2021) wird es neben der Gemeinschaft und der Möglichkeit mitzumachen die Produkte Honig, Propolis und Kerzen geben. Es ist geplant, die Produktpalette mit der Zeit zu erweitern. Denkbar sind hier Bienenwachstücher, Met, Kosmetika und ähnliches. Wie bei einer SoLaWi wird es keine garantierte Menge an Honig und anderen Produkten geben, sondern einen Anteil der produzierten Mengen. Sprich, alles was die Imkerei produziert, gehört ausschließlich den Mitgliedern und wird fair unter diesen aufgeteilt.
Damit ich besser planen kann, dauert deine Mitgliedschaft mindestens ein Jahr. Um euch und mir den Start zu vereinfachen, werde ich mit einem empfohlenen Monatsbeitrag von 12 Euro beginnen. Dieser kann je nach eigener finanzieller Lage angepasst werden. Wer mehr hat, zahlt etwas mehr und ermöglicht somit finanziell weniger privilegierten Mitgliedern einen günstigeren Beitrag. Später sind ebenso Biete-Runden denkbar. Bei einer Biete-Runde wird zunächst der gesamte Finanzbedarf des kommendes Jahres ermittelt. Daraufhin bieten die Mitglieder einen für sie passenden Beitrag an. Wenn das Soll nicht erreicht wird, wird nochmal „nachgeboten“, sodass am Ende der Finanzbedarf der Imkerei gedeckt ist.

Mitbestimmung und Gemeinschaft

Als Mitglied hast du die Möglichkeit, bestimmte Betriebsentscheidungen mit zutreffen. Darunter zählen z.B. die Frage ob Bio- oder Konventionelles Futter verwendet wird oder ob gar Überwinterung auf eigenem Honig angedacht ist, ob Trachten wie z.B. Raps angewandert werden sollen, welche weiteren Produkte hergestellt werden, ob der Mitgliedsbeitrag als empfohlene Summe erhoben oder in Form von Biete-Runden ermittelt wird etc. Bei Finanziellen Entscheidungen muss eine 2/3-Mehrheit vorliegen, damit sie angenommen wird. Bei anderen Entscheidungen reicht eine einfache Mehrheit.

Weiterhin schaffen gemeinsame Aktivitäten und Events wie Schleuderpartys und Kerzenziehen oder der regelmäßige Blick in den Bienenstock einen gemeinschaftlichen Rahmen und einen intensiven Einblick in den Imkerei-Betrieb.

Gerne möchte ich auch Schulen und Kindergärten für das Projekt gewinnen und diesen somit die Möglichkeit den Kindern, begleitend zum theoretischen Lernen, die Bienen und ihr Leben in der Praxis genauer kennen zu lernen.

Bienengesundheit und Ökologie

Weiter ist es mir wichtig, dass das Wohl der Bienen höher gewichtet wird als ein maximal hoher Honigertrag. In konventionellen Imkereien sind viele Prozesse stark industrialisiert und die Bienen werden als reines Kapital betrachtet. Was hier zählt ist rein die Honigleistung pro Bienenvolk. Bei der hier praktizierten Bienen-freundlichen Haltung bestehen die Bienenstöcke, auch Beuten genannt, aus Holz und nicht wie häufig in der konventionellen Imkerei aus Styropor. Außerdem setzte ich im Brutraum auf Naturbau, hier können die Bienen selbst bestimmen ob sie Arbeiterinnen oder Drohnenzellen anlegen. Bei dieser Methode sind meist deutlich mehr Drohnen (männliche Bienen) im Volk vorhanden. Diese produzieren zwar keinen Honig sind aber wichtig für Wohlbefinden des Bienenvolkes. Zwar markiere ich meine Königinnen um diese besser auffinden zu können und auch das Alter einfacher bestimmen zu können, jedoch schneide ich ihnen nicht die Flügel, wie das manches mal zur Schwarmverhinderung gemacht wird. Zudem plane ich an jeden meiner Bienenstände auch Nistmöglichkeiten für Wildbienen zur Verfügung zu stellen.

Wenn von den Mitgliedern getragen, ist es möglich die Imkerei nach biologischen Standards zu führen, jedoch ohne viel Geld für eine entsprechende Zertifizierung bezahlen zu müssen.

Um möglichst wenig endliche Ressourcen zu verbrauchen, erledige ich den größten Teil der Wege und der Transportaufgaben mit dem Fahrrad. Hierunter fallen z.B. die Anfahrt zu den Bienenständen, der Transport von Beuten und Zargen sowie die Bestückung der Abholorte mit Honig und anderen Produkten. Denkbar ist auch, dass eingeschränkt mobile Mitglieder direkt beliefert werden, eine Belieferung aller Mitglieder wäre jedoch ein hoher zeitlicher sowie finanzieller Aufwand. Um gänzlich auf ein Auto verzichten zu können, ist die Anschaffung eines Lasten-E-Bikes mit Anhänger geplant.